Entwicklung von GFK-Teilen

Mango Oberschale (klein)

Fast alle Velomobile werden für den (männlichen) Normmenschen gebaut. Je nach Hersteller ist es kein Problem auch mal 2 m - Leute mit Schuhgröße 47 in ein Velomobil zu bekommen. Auch die Anpassung nach unten geht in engen Bereichen. Bei einer Körpergröße unter dem Durchschnitt mit kürzeren Beinen wie normal, kann die Verstellung des Tretlagers und des Sitzes an die Grenze kommen. Durch Adapter ist noch vieles möglich, aber die Gewichtsverteilung im Velomobil ist dann nicht mehr optimal.

Die Sitzneigung bestimmt, ob die Kraftentfaltung beim Treten auf den Alltag oder sportlich ambitioniert ist. Gerade kleine Menschen können ihren Sitz dann nur so einstellen, dass sie auch noch die Straße sehen. Die Ergonomie bleibt dabei auf der Strecke.

Die neueren Entwicklungen beim Evo Ks, dem Strada, DF und dem Mango gehen schon in die richtige Richtung. Eine Sichtrinne zwischen Fuß- und Kniebeulen bzw. einer gemeinsamen Wölbung erleichtert die Einstellung.

Die Einstellung des Tretlagers am hinteren Anschlag und des Sitzes am vorderen Anschlag führt jedoch zu einem kleinen Einstiegsloch und damit zu unnötigen Erschwernissen.

Jessie wollte das bei ihrem Mango nicht mehr länger hinnehmen und hat eine flachere Oberschale entworfen, die neben einer Sichtrinne einen deutlichen Versatz der Einstiegsluke nach vorne aufweist. Der Sitz steht nun weit vorn mit mehr Raum hinter dem Sitz und besser genutzten Fußraum. Die Sinnerhaube dann nicht mehr verwendbar, eine neue Haube ist bereits in Erprobung.

Sollten Sie Interesse an der Oberschale haben, können Sie sich bereits jetzt bei uns melden.

 

Milan Rennhaube (groß)

Der Milan SL bekam eine passende Rennhaube, die jedoch für größere Menschen nicht geeignet ist. Zwar passt mit einigen Tricks und auch ggf. durch Aussägen an der Kopfstütze ein großer Mensch in einen Milan SL, aber der Kopf stößt an die Rennhaube an. Daher hat Jessie eine Haube mit einer etwas stärkeren Wölbung oberhalb des Kopfes entworfen, die sonst der üblichen Rennhaube gleicht. Die Haube ist z.Z. nur als handgearbeitetes Einzelstück erhältlich und nicht in Vakuum gezogen.

 

Versteifungen und Packfächer

Viele der Ideen einzelner Fahrer haben in den letzten Jahren zu Verbesserungen in der Steifheit und der Nutzerfreundlichkeit beigetragen. 2014, als wir den 24h Staffelweltrekord errungen haben, sind die Velomobile "innerlich" z.T. deutlich umgebaut worden, sodass die Kräfte des Antriebes besser auf die Straße gebracht wurden. So hat die Staffel eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 62,59km/h über 12h und 61,28km/h über 24h erreichen können. Manche dieser Versteifungen, sind zudem als Packfächer nutzbar und erfüllen damit einen doppelten Zweck. 

Kleinere Packfächer für Bereiche vor den Radkästen werden von einigen Herstellern als Option angeboten, können aber auch von uns nachträglich eingebaut werden.

 

Passiver Unfallschutz; Lärmschutz

Man mag ja nicht gern daran denken, doch Unfälle passieren. Viel ist bereits diskutiert worden u.a. die Entwicklung von Sicherheitsgurten oder das Tragen von Helmen. Ein guter Teil des passiven Unfallschutzes liegt aber unseres Erachtens bereits in der Karosserie. Moderne Velomobile haben eine Heckhutze, die gleichzeitig ein Überrollbügel ist und den Kopf schützt. Die Verarbeitung von Aramid (Kevlar) oder Glasfaser schützt den Piloten vor Splittern und scharfen Kanten, die bei Kohlefaserbrüchen entstehen. Reine Kohlefaser-Velomobile verkaufen wir nur auf besonderen Kundenwunsch, wenn das Fahrzeug für den Renneinsatz gedacht ist. Das nachträgliche Einlaminieren von Splitterschutz ist eher die Ausnahme und kann nicht in allen Bereichen eines Velomobils durchgeführt werden. 

Anders verhält es sich mit Material, dass die Geräuschentwicklung im Fahrzeug dämmt. Diese dünneren Matten können bereits an bestimmten Stellen im Fahrzeug den Schall gut dämmen und es lohnt sich für einige Modelle das einzusetzen.

Durch die Erfahrungen, die Patrick mit den Shell-Eco-Marathon Fahrzeugen gemacht hat, wo ein Gurtsystem Vorschrift ist, ist auch der Einsatz eines Gutes im Velomobil umsetzbar. Bei kleinen Personen gibt es durchaus den Nebeneffekt, daß beim Treten in das Pedal, unnötiges Herumrutschen im Sitz begrenzt wird und die Kraft auf das Pedal gebracht wird.